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Statement

Sonntag, 24. Dezember 2017

Weihnachtsansprache 2017

Meine sehr geehrten Damen und Herren,
liebe oberfränkische Landsleute!

Im Herbst 1982 eröffnete der Bezirk Oberfranken seine Internationale Musikbegegnungsstätte Haus Marteau in Lichtenberg. Da raunte der bayerische Kultusminister den Satz dem damaligen künstlerischen Leiter zu: „Glauben Sie wirklich, dass da jemand herkommt?“

Die Bedenken waren verständlich. Denn Haus Marteau stand keine hundert Meter von der deutsch-deutschen Grenze entfernt, am Rand der freien Welt, in einer Stadt mit damals rund 1200 Einwohnern.
Es war durchaus ein Wagnis, das der Bezirk seinerzeit einging. Aber der Erfolg kam. Heute besuchen junge Musikerinnen und Musiker aus aller Welt die Meisterkurse in Lichtenberg, und am 6. Henri Marteau Violinwettbewerb im Jahr 2017 haben 103 Geigenvirtuosen aus 25 Ländern teilgenommen. Und weil wir uns nicht auf den Lorbeeren ausruhen, deshalb errichten wir derzeit neben der alten Künstlervilla einen modernen Konzertsaal – und ich bin überzeugt: Oberfranken wird um einen Glanzpunkt reicher.
Dieses Beispiel zeigt doch, dass es sich lohnt, in den ländlichen Raum zu investieren. Denn in Dörfern und kleinen Städten steckt Kraft, und bedeutsame Einrichtungen sind hier genauso gut untergebracht wie in der Metropole.

Noch vor einigen Jahren wurde der ländliche Raum als „Provinz“ gescholten. Doch das hört allmählich auf. Gott sei Dank! Die Einsicht wächst, dass heutzutage, in der Zeit gut ausgebauter Verkehrsnetze und digitaler Datenströme, der Standort kaum noch eine Rolle spielt.

Die Städte in Oberfranken mit ihrer überschaubaren Größe, die vielen Dörfer in reizvoller Landschaft können ihre Stärken ausspielen.

Die Lebensqualität kann sich sehen lassen. Oberfranken ist wahrlich eine Genussregion – beim Essen und Trinken, aber weit darüber hinaus.

So ist es kein Wunder, dass der vorhergesagte demografische Wandel weitgehend gestoppt ist. Vor wenigen Jahren war viel vom Schreckgespenst sterbender Dörfer die Rede.

Gewiss gibt es in manchen Landstrichen noch Probleme, das will ich gar nicht leugnen, und da dürfen wir auch nicht ruhen. Aber in vielen Orten ist die Trendwende schon gelungen. Die Einwohnerzahlen haben sich stabilisiert, hier und dort legen sie sogar spürbar zu.

Unsere Hochschulen machen nicht nur landesweit, sondern international von sich reden. In Bayreuth hat sich ein Fraunhofer-Institut angesiedelt, im beschaulichen Waischenfeld ein Fraunhofer-Forschungscampus. Kronach und Kulmbach sind auf dem Weg, Hochschul-Standorte zu werden. Landauf, landab finden wir erfolgreiche Unternehmen. Längst sind das nicht mehr nur „hidden champions“, also heimliche Spitzenreiter – nein, Oberfranken hat mittlerweile etliche hochinnovative Unternehmen von Weltrang.
All dieser Erfolg hat viele Väter und Mütter: mutige und einfallsreiche Unternehmerpersönlichkeiten, zupackende Kommunalpolitikerinnen und -politiker, aber vor allem zahlreiche einsatzbereite, engagierte Bürgerinnen und Bürger.

Dass das eingangs erwähnte Haus Marteau gedeihen konnte, verdankt der Bezirk den renommierten Dozenten, aber ebenso der Gastfreundlichkeit der Menschen in und um Lichtenberg. Von Anfang an wurden unsere jungen Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt mit offenen Armen aufgenommen und unterstützt.
Die Menschen in und um Lichtenberg, sie hatten Zutrauen zu unserem Projekt einer internationalen Musikbegegnungsstätte. Sie glaubten an den Erfolg – sie glaubten, „dass da jemand herkommt“.
Das ist die richtige Haltung! Schauen wir mit Zuversicht in die Zukunft! Oberfranken ist gut aufgestellt. Eine starke Region in einem Europa der Regionen!

Trauen wir uns etwas zu und gehen wir miteinander hoffnungsfroh ins neue Jahr.
Ihnen und Ihren Familien wünsche ich alles Gute und Gottes Segen für 2018.

Copyright: Dr. Günther Denzler

 

Weitere Informationen:

Homepage des Bezirks Oberfranken

 

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