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Statement

Montag, 26. Februar 2018

Dankesworte Altlandrat Dr. Günther Denzler zur Verleihung der Ehrenmedaille des Lkr. Bamberg

Dankesworte Altlandrat Dr. Günther Denzler anlässlich der Verleihung der Ehrenmedaille des Landkreises Bamberg in Gold am 26. Februar 2018

Es gilt das gesprochene Wort!

Sehr geehrter Herr Landrat, lieber Hans Kalb,
sehr geehrte Damen und Herren,
ich möchte mich gleich zu Beginn ganz herzlich für diese umfangreiche Laudatio und die Auszeichnung bedanken, die mir heute an meinem 70. Geburtstag zu Teil geworden ist. Es ist mir eine große Ehre, die Ehrenmedaille des Landkreises Bamberg in Gold verliehen zu bekommen. Die höchste Auszeichnung eines Landkreises,
- der meine Heimat ist,
- der mir sehr am Herzen liegt
- und den ich viele Jahre lang gestalten durfte.
Ich kann mich noch gut an meine ersten Jahre als Kreisrat nach der Wahl 1984 unter Landrat Otto Neukum erinnern. Damals habe ich mir noch nicht träumen lassen, dass ich selbst einmal Chef des Landratsamtes werden würde.
18 Jahre lang durfte ich die Geschicke des Landkreises Bamberg als Landrat federführend mitbestimmen. Im Rückblick waren es 18 sehr interessante Jahre. Eine Zeit, in der ich sehr viel erlebt habe. Eine Zeit, die mich sehr geprägt hat. Und eine Zeit, in der ich sehr viele tolle Bekanntschaften machen durfte. Daraus sind viele Freundschaften entstanden, die über meine Amtszeit hinaus gehalten haben. Ich freue mich, dass viele dieser Weggefährten heute an diesem Festakt teilnehmen können.
Meine sehr geehrten Damen und Herren,
jede Zeit hat ihre eigenen Herausforderungen. Herausforderungen, die auf unterschiedliche Art und Weise gelöst werden können. Jeder Mensch tut das auf seine ganz eigene Art. Ich habe mich dabei vom Gedanken leiten lassen, dass in der Politik kurzfristig nur das richtig ist, was auch auf lange Sicht richtig ist. Eine Einstellung, die heute in der „großen Politik“ leider abhanden gekommen zu sein scheint (z.T. blinder Aktionismus).
Meine wichtigsten Ziele in all den Jahren als Landrat waren
- vorhandene Arbeitsplätze zu sichern und neue zu schaffen, damit die Menschen dort wo sie leben auch Arbeit haben.
- das Landratsamt zu einem modernen Dienstleistungsunternehmen zu entwickeln.
- und die Eigenverantwortung des Einzelnen zu fördern und einzufordern. Ganz nach dem berühmtem Zitat von Kennedy: „Frage nicht, was dein Land für dich tun kann – frage, was du für dein Land tun kannst.“

Dabei habe ich stets auf die Zusammenarbeit mit der kreisfreien Stadt Bamberg gesetzt. Nur zusammen kann sich eine Region gut entwickeln. Es galt lokale Egoismen zu überwinden - war das Verhältnis zwischen Stadt und Landkreis Bamberg zu Beginn meiner Amtszeit doch nahe am Gefrierpunkt.
Ich danke an dieser Stelle allen, die dazu beigetragen haben, dass zusammengewachsen ist, was zusammen gehört. Die Region Bamberg zieht seit geraumer Zeit an einem Strang und man kann förmlich sehen, dass es ihr gut tut.
Als ein Beispiel möchte ich hier den Erhalt der Arbeitsplätze in der Region ansprechen. Ein Großteil meiner Amtszeit war geprägt von einer hohen Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland, von der auch unsere Region nicht verschont wurde. Die persönlichen Besuche in unseren Realschulen sind mir noch heute im Bewusstsein. Viele junge Menschen hatten keine Perspektive, Ausbildungsplätze waren kaum vorhanden.

Wir haben darauf mit Kooperationen geantwortet: Gemeinsam konnten wir etwas bewegen. Wir haben den Zweckverband im Schulbereich gegründet und zusammen in die Ausbildung unserer Jugendlichen investiert. Der Zusammenschluss zur Wirtschaftsregion Bamberg-Forchheim war ein weiterer wichtiger Schritt. Heute sind wir Bildungsregion und ein starker Wirtschaftsraum mit prosperierenden Firmen. Dies ist sicher nicht der Verdienst einzelner Politiker. Aber die Politik kann die richtigen Weichen stellen. Und ich denke, dass uns dies gemeinsam gelungen ist.

Genauso wichtig, wie die Schaffung der richtigen Rahmenbedingungen ist die Vorbildfunktion. Man muss auch als Behörde mutig vorangehen. Daher war es mir ein großes Anliegen, das Landratsamt als modernen Dienstleistungsbetrieb auszugestalten. Das Landratsamt stand 1996 sehr in der Kritik und wurde auf meinen Wahlversammlung als „Verhinderungsbehörde“ kritisiert. Ich wollte von meinen Mitarbeitern nicht erfahren, warum es nicht geht – sondern wie es geht! Meine Mitarbeiter sollten für die Bürgerinnen und Bürger Berater und Kümmerer sein und nach positiven Lösungen suchen. Dieses Umdenken vom reinen Verwalten hin zum Gestalten konnten wir in die Tat umsetzen. Unser Landratsamt ist heute ein geschätztes Dienstleistungszentrum.
Meine sehr geehrten Damen und Herren,
die dritte Säule, die mir während meiner Amtszeit sehr am Herzen lag, war die Stärkung der Eigenverantwortlichkeit und die Unterstützung unserer starken ehrenamtlichen Strukturen.

Gegenseitige Hilfe und Rücksichtnahme, der Blick auf den Nächsten, sind unverzichtbar für das Funktionieren einer Gesellschaft. Ehrenamtliches Engagement verlangt aber auch einen langen Atem und die Bereitschaft, mehr zu tun, als nur seine Pflicht. Unsere Gesellschaft wäre weniger human ohne die vielen Menschen, die sich ehrenamtlich einbringen.
Die Förderung dieser Menschen war mir stets eine Herzens-angelegenheit. Ich habe aus diesem Grund anlässlich meines 60. Geburtstages die Stiftung „Helfen tut gut“ gegründet, die innovative ehrenamtliche Initiativen unterstützt. Seither ist viel passiert. Wir konnten viele Projekte finanziell wie ideell fördern und so unseren liebenswerten Landkreis voranbringen. Mittlerweile sorgen eine Generationenbeauftragte sowie eine Ehrenamtsbeauftragte dafür, dass Menschen, die sich einbringen wollen, nicht im Regen stehen und Unterstützung erfahren.

Meine sehr geehrten Damen und Herren,
unser Landkreis ist gut aufgestellt und ist in guten Händen. Wir können optimistisch in die Zukunft blicken. Die handelnden Personen in unserer Region verstehen sich und gehen gemeinsam voran. Ich freue mich sehr aus meiner Position als Bezirkstagspräsident heraus beobachten zu können, dass sich unsere Region gut weiterentwickelt.
Zum Abschluss möchte ich mich ganz besonders bei Dir, lieber Hans Kalb, und dem Kreistag für die hohe Auszeichnung bedanken, die mir heute zu Teil wird. Ich danke allen, die mich während meiner Amtszeit als Landrat unterstützt haben und sich engagiert für die Entwicklung unseres Landkreises eingesetzt haben.

Allen voran bedanke ich mich bei den damaligen Kolleginnen und Kollegen der jeweiligen Kreistage und meinen Mitarbeitern hier im Landratsamt. Diese Auszeichnung hätte ich ohne dieses hohe Engagement wohl nicht bekommen.

Vielen Dank auch für die vielen Glückwünsche anlässlich meines heutigen Geburtstages. Ich habe mich über jeden einzelnen sehr gefreut. Ich wünsche uns nun noch eine schöne Feierstunde. Danke, dass Sie mit dabei sind.

 

Weitere Informationen:

Homepage des Bezirks Oberfranken

 

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